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8. April 2021: Pressemitteilung 9│2021: Geflüchtete Menschen im Impfplan – Stadt Lüneburg impft zeitnah geflüchtete Menschen in Sammelunterkünften

Das wird vom CDU Bundestagsabgeordneten Eckhard Pols kritisiert. Dazu erklärt die Bundestagsabgeordnete Hiltrud Lotze (SPD):

„Die Reihenfolge der impfberechtigten Personen ist in der Coronavirus-Impfverordnung geregelt. In dieser Verordnung sind Priorisierungsgruppen je nach Gefährdungspotenzial festgelegt. Nachdem die erste Priorisierungsgruppe, der u.a. die über 80-Jährigen angehören, so gut wie abgeschlossen ist, ist nun die zweite Priorisierungsgruppe dran. Dieser gehören auch Bewohner*innen von Gemeinschaftsunterkünften an. Diese Regelung ist kein Lüneburger Spezifikum. Wer wann eine Impfung erhalten kann, ist seitens des (CDU-geführten) Bundesgesundheitsministerium deutschlandweit festgelegt worden.

Nun sagt mit Eckhard Pols ein Abgeordneter eben dieser CDU, die Stadt müsse den Impfplan einhalten und dürfe Geflüchtete nicht unberechtigterweise bevorzugen. Anscheinend ist er nicht richtig über die Gesetzeslage informiert - oder er stellt die Situation bewusst anders dar, um Neid zu schüren. Dann wäre es allerdings er selbst, der Wasser auf die Mühlen der AfD gießt.

Dass Geflüchtete der Priorisierungsgruppe 2 angehören, ist auch alles andere als „völlig unverständlich“. Hintergrund der Regelung ist, dass Menschen, die in Gemeinschaftsunterkünften leben, während der Pandemie einem höheren Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind als Personen, die in einer Wohnung zu Hause sind. Sie leben auf engem Raum mit anderen zusammen und teilen sich oft auch Küchen und Sanitärbereiche. Es ist für sie schwieriger, Kontakte zu reduzieren und Ansteckungen zu vermeiden.

Deswegen sind Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünften genau wie Bewohner*innen von Frauenhäusern oder Obdachlosen-unterkünften der zweiten Priorisierungsgruppe zugeordnet. Davon profitieren wir letzten Endes alle, denn von infizierten Personen in Unterkünften geht auch immer ein Ansteckungs-risiko für außerhalb lebende Personen aus. Um Infektionsketten zu verringern, ist es somit nur folgerichtig, Menschen in Gemeinschaftsunterkünften schnellstmöglich zu impfen.“

Vorherige Meldung: Aktion "Red Hand Day" der IGS Lüneburg

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